Profan-Logo

53.549677 | 9.99737

Domplatz

Als Hamburg 831 zum Bischofssitz wurde, ließ Erzbischof Ansgar an der Stelle des späteren Doms eine hölzerne Kirche bauen. Wikingerüberfälle zerstörten diese jedoch bald. Eine erste Steinkirche entstand zwischen 1035–1043 unter dem damaligen Erzbischof Bezelin Alebrand. 1329 folgte, nach einer Bauzeit von 81 Jahren, der steinerne Dom, erst dreischiffige Basilika, dann Hallenkirche. Im 15. Jahrhundert wurde er zur fünfschiffigen Halle erweitert und 1515/1520 ein weiteres Gebäude, der Schappendom, angebaut. Der Bischof verlegte seinen Bleibe, wohl aus Sicherheitsgründen, schon 845 nach Bremen, seine Aufgaben wurden in Hamburg von da an durch das Domkapitel wahrgenommen. Dessen Privilegien führten zu ständigen Spannungen mit der Stadt. Im Zusammenhang mit der Reformation wurde der Dom 1528 geschlossen, dann jedoch nach dem Übertritt der meisten Domherren zum Protestantismus wieder eingesetzt ...

53.549677 | 9.99737

Domplatz

... Mit dem Westfälischen Frieden fiel das Domkapitel an Schweden, 1719 an Hannover. In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses und der Säkularisierung aller geistlichen Güter ging der Dom auf die Stadt Hamburg über und wurde zwischen 1804–1807 abgerissen. Die Gräber des Dom und seines Friedhofs wurden größtenteils umgebettet. Von 1838–1840 errichtete das Johanneum sein neues Gebäude auf dem Domplatz. Nach dem Umzug der Schule nach Winterhude beherbergte es die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Es wurde 1943 bei Bombenangriffen größtenteils zerstört, die Reste wie der Arkadengang wurden 1955 für Straßenverbreiterungen beseitigt. Lange lag der zentrale Platz brach, wurde nur als Parkplatz genutzt. Zwischenzeitig fanden archäologische Ausgrabungen statt: von 1947–57, 1980-87, 2005–06. Seit 2009 befindet sich ein Park mit nachgebildeten Domburg-Wällen und Pfeilern der Halle auf dem Gelände.

Domplatz
Domplatz
Domplatz

Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation, 26.11.1802, Staatsarchiv Hamburg 512-01 170

„So hat alles seine Zeit.
Was wir von Menschenhand erschaffen sehn.
Selbst die Mauern für die Ewigkeit.
Von unsern Vätern aufgebaut, vergehn.“

L. F. Gauß Neuenburg:
Beschriftung auf Dom-Zeichnung, ~1805

Domplatz
Der Dom, 1762
Domplatz
Reste des Doms, ~1823
Domplatz
Das Johanneum auf dem Domplatz,
1938
Domplatz
Der zerbombte Domplatz, ~1949
Domplatz
Bergung der Gräber, 1986

Abbildungsnachweis

  • -Staatsarchiv Hamburg, Plankammer 720-1 131-5=3/61/Stich: Peter Schenk
  • -Staatsarchiv Hamburg, Plankammer 720-1 131-5=3/Do87 Zeichnung: Christoffer Suhr/Lithografie: Peter Suhr
  • -Denkmalschutzamt Hamburg
  • -Denkmalschutzamt Hamburg
  • -Helms-Museum, Bodendenkmalpflege, HH-Altstadt, Fpl. 35, Grab 8